Die Gelenkschule

Übungen bei Kniearthrose.
Schritt für Schritt.

Entdecken Sie einfache Übungen für Knie, Hüfte und Rücken. Schritt für Schritt erklärt, mit eigenen Bewegungsbildern und Übungsblättern für zu Hause.

Eine Frau übt zu Hause eine ruhige Bewegung im Stand und hält sich an einer stabilen Stuhllehne fest.

Was möchten Sie im Alltag wieder können?

Ihre Übungen für zu Hause

Kleine Bewegungen.
Ein Anfang für Sie.

Neun Übungen für Knie, Hüfte und Rücken. Mit Bildern, die jeden Schritt zeigen – und Übungsblättern, die Sie mitnehmen können.

Gut vorbereitet beginnen.

Wählen Sie die passenden Übungen und den Umfang gemeinsam mit Ihrer Praxis oder Physiotherapie. Die Wiederholungen sind Orientierungswerte. Beginnen Sie langsam, ohne Schwung und in einem angenehmen Bewegungsbereich. Nutzen Sie einen festen Stuhl ohne Rollen und eine rutschfeste Unterlage.

Wann Sie pausieren sollten

Bei stechenden, neuen oder deutlich zunehmenden Schmerzen beenden Sie die Übung und halten Rücksprache. Nach einer Operation oder bei einem akut geschwollenen, überwärmten Gelenk zuerst die behandelnde Praxis fragen.

Drei Übungen · Stabiler Stuhl und eine Matte

Für Ihre Knie.

Übungsblatt · KniePDF herunterladen

Im Sitzen, im Liegen und beim Aufstehen: drei Bewegungen, die sich gut erklären und bewusst ausführen lassen.

01Im Sitzen
Links sitzt eine Frau aufrecht mit beiden Füßen am Boden. Rechts streckt sie ein Knie, der andere Fuß bleibt stehen.
AusgangspositionBewegung

Das Knie im Sitzen strecken

  1. Aufrecht sitzen. Die Oberschenkel liegen auf der Sitzfläche, beide Füße stehen am Boden.
  2. Ein Knie langsam strecken und die Fußspitze zu sich ziehen.
  3. Etwa 3 Sekunden halten. Den Fuß kontrolliert wieder abstellen.

Darauf achten: Der Oberkörper bleibt aufrecht.

Bis zu 10 Wiederholungen je Seite

02Im Liegen
Eine Frau liegt auf dem Rücken. Rechts gleitet eine Ferse zum Gesäß, während das andere Bein ausgestreckt bleibt.
AusgangspositionBewegung

Die Ferse gleiten lassen

  1. Auf den Rücken legen, die Beine entspannt ausstrecken.
  2. Eine Ferse auf der Unterlage zum Gesäß ziehen. Dabei beugen sich Knie und Hüfte.
  3. Die Ferse langsam zurückschieben. Anschließend die Seite wechseln.

Darauf achten: Die Ferse bleibt auf der Unterlage.

Bis zu 10 Wiederholungen je Seite

03Mit dem Stuhl
Links sitzt eine Frau vorne auf einem Stuhl und neigt sich leicht vor. Rechts steht sie aufrecht vor dem Stuhl.
AusgangspositionBewegung

Bewusst aufstehen und hinsetzen

  1. Vorne auf dem Stuhl sitzen, Füße hüftbreit aufstellen. Leicht nach vorne neigen.
  2. Langsam aus den Beinen aufstehen und nach vorne schauen.
  3. Aufrichten und kontrolliert wieder hinsetzen. Hände bei Bedarf zur Orientierung nutzen.

Darauf achten: Den Stuhl rutschfest aufstellen.

5 ruhige Wiederholungen

Drei Übungen · Stabiler Stuhl ohne Rollen

Für Ihre Hüfte.

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Ein Stuhl gibt Halt. Sie konzentrieren sich auf eine ruhige Bewegung und einen aufrechten Oberkörper.

01Im Stehen
Eine Frau hält sich an der Stuhllehne fest. Rechts hebt sie ein gestrecktes Bein seitlich und hält den Oberkörper aufrecht.
AusgangspositionBewegung

Das Bein seitlich führen

  1. Aufrecht hinter dem Stuhl stehen, beide Hände an der Lehne.
  2. Ein Bein langsam seitlich anheben. Becken und Oberkörper bleiben gerade.
  3. Zurückführen und die Seite wechseln.

Darauf achten: Nicht zur Seite lehnen.

5 Wiederholungen je Seite

02Im Stehen
Links steht eine Frau aufrecht an einem Stuhl. Rechts führt sie ein gestrecktes Bein leicht nach hinten, die Hände bleiben an der Lehne.
AusgangspositionBewegung

Das Bein nach hinten führen

  1. Aufrecht stehen und die Stuhllehne mit beiden Händen halten.
  2. Ein gestrecktes Bein etwas nach hinten führen, ohne ins Hohlkreuz zu gehen.
  3. Bis zu 5 Sekunden halten. Absetzen und die Seite wechseln.

Darauf achten: Eine kleine Bewegung genügt.

5 Wiederholungen je Seite

03Im Sitzen
Eine Frau sitzt aufrecht und hält die Sitzfläche seitlich fest. Rechts hebt sie ein gebeugtes Knie, der andere Fuß steht am Boden.
AusgangspositionBewegung

Im Sitzen die Knie anheben

  1. Aufrecht sitzen, ohne sich anzulehnen. Die Sitzfläche seitlich festhalten.
  2. Ein Knie gebeugt anheben, so weit es angenehm ist.
  3. Den Fuß langsam abstellen und mit der anderen Seite fortfahren.

Darauf achten: Der Oberkörper bleibt ruhig.

5 Wiederholungen je Seite

Drei Übungen · Eine bequeme, rutschfeste Matte

Für Ihren Rücken.

Übungsblatt · RückenPDF herunterladen

Drei ruhige Bewegungen auf der Matte. Lassen Sie sich Zeit und atmen Sie gleichmäßig weiter.

01Im Liegen
Eine Frau liegt mit aufgestellten Füßen auf dem Rücken. Rechts liegt der untere Rücken etwas flacher auf, das Becken bleibt auf der Matte.
AusgangspositionBewegung

Das Becken sanft kippen

  1. Auf den Rücken legen, Knie beugen und Füße aufstellen.
  2. Das Becken sanft kippen, bis der untere Rücken flacher aufliegt.
  3. Anschließend in die Gegenrichtung kippen, sodass wieder ein kleiner Abstand zur Matte entsteht.

Darauf achten: Nur leicht kippen, das Gesäß nicht anheben.

Langsam in beide Richtungen

02Im Liegen
Links liegt eine Frau mit zusammengeführten, gebeugten Knien. Rechts lässt sie beide Knie gemeinsam etwas zur Seite sinken, die Schultern bleiben unten.
AusgangspositionBewegung

Die Knie zur Seite pendeln

  1. Auf den Rücken legen. Die Knie sind gebeugt und zusammen, die Füße aufgestellt.
  2. Beide Knie langsam ein Stück zur Seite sinken lassen. Die Schultern bleiben liegen.
  3. Zur Mitte zurückkehren und zur anderen Seite bewegen.

Darauf achten: Den Bewegungsweg angenehm klein halten.

Ruhig von Seite zu Seite

03Im Liegen
Eine Frau liegt mit aufgestellten Füßen. Rechts zieht sie ein Knie heran und hält hinter dem Oberschenkel; der andere Fuß bleibt aufgestellt.
AusgangspositionBewegung

Ein Knie zum Körper führen

  1. In Rückenlage beide Füße aufstellen.
  2. Ein Knie zum Körper führen. Mit beiden Händen hinter dem Oberschenkel sanft unterstützen.
  3. Das Bein wieder abstellen und die Seite wechseln.

Darauf achten: Kopf entspannt ablegen, nicht am Knie ziehen.

Beide Seiten nacheinander

Zum Ausdrucken & Mitnehmen

Ihre Gelenkschule.
Auch auf Papier.

Je ein Blatt mit drei Übungen, Bildern und Platz für Ihren persönlichen Übungsumfang.

Quellen zu den Übungen

Die Bewegungsanleitungen wurden anhand dieser Patienteninformationen zusammengestellt. Texte und Illustrationen sind für diese Gelenkschule neu erstellt. Stand: 22.09.2026.

Allgemeine Bewegungsübungen, kein individueller Therapieplan. Die Rückenübungen sind keine Aussage zum Einsatz von Crespine Gel an der Wirbelsäule.

Mehr über Bewegung und Alltag bei Arthrose

Bei Arthrose fühlt man sich schnell ausgeliefert: Der Knorpel ist abgenutzt, daran lässt sich nichts ändern, und die Behandlung liegt bei anderen. Das stimmt nur zur Hälfte. Der am besten belegte Teil der gesamten Arthrosebehandlung ist der, den Sie selbst machen.

Das ist keine Vertröstung. Es ist die Stelle, an der die deutsche S3-Leitlinie am deutlichsten wird — deutlicher als bei jeder Spritze, auch bei unserer.

Bewegung

Die Leitlinie unterscheidet in ihrer Sprache zwischen „Wir empfehlen" und dem schwächeren „Wir schlagen vor". Zur Bewegungstherapie sagt sie:

Wir empfehlen, bei Patient*innen mit Gonarthrose eine an die individuellen Bedürfnisse angepasste Bewegungstherapie durchzuführen.

S3-Leitlinie 187-050, Empfehlung 34

Früh anfangen, nicht erst wenn nichts mehr geht

Die Leitlinie empfiehlt, „frühzeitig ein regelmäßiges Kräftigungs- und Beweglichkeitstraining nach Anleitung durchzuführen". Früh heißt: nicht erst, wenn das Gelenk den Alltag bestimmt.

Angeleitet beginnen, allein weitermachen

Die Leitlinie schlägt vor, dass die Bewegungstherapie „unter Aufsicht durchgeführt werden sollte" — und empfiehlt dann ausdrücklich, „erlernte hilfreiche Übungen eigenständig mit gelegentlicher Ergebnisprüfung durchzuführen".

Angepasst, nicht nach Schema

Empfohlen wird „eine an die individuellen Bedürfnisse angepasste Bewegungstherapie". Welche Übung für Sie passt, hängt vom Befund ab, von der Muskulatur und davon, was Sie im Alltag durchhalten.

Der Satz, den kaum jemand kennt

Die Leitlinie hält ausdrücklich fest, dass Patientinnen und Patienten darauf hingewiesen werden sollen, dass Gelenkschmerzen zu Beginn der Bewegungstherapie zunehmen können — und dass regelmäßige Bewegung den Gelenken trotzdem guttut.

Leichte, vorübergehende Beschwerden können am Anfang vorkommen. Stechende, neue oder deutlich zunehmende Schmerzen sind dagegen ein Anlass, die Übung zu beenden und Rücksprache zu halten. Bei einer aktivierten Arthrose: Wenn das Gelenk geschwollen und überwärmt ist, gehört das ärztlich beurteilt, bevor Sie weitertrainieren.

Im Wasser

Die Leitlinie schlägt aquatische Bewegungstherapie vor, „zur Reduktion von Schmerzen, zur Verbesserung der Funktion und Steigerung der Lebensqualität". Wasser nimmt dem Gelenk einen Teil des Körpergewichts ab — für viele der Unterschied zwischen „geht nicht" und „geht".

Gewicht

Hier wird die Leitlinie ungewöhnlich konkret. Nach der Empfehlung zur Gewichtsreduktion bei Übergewicht steht ein Satz, der sonst selten so direkt formuliert wird:

Jede Abnahme in Richtung Normalgewicht bedeutet weniger Schmerzen, bessere Beweglichkeit und langsamere Arthroseprogression.

S3-Leitlinie 187-050, Empfehlung 9

Jede Abnahme. Nicht erst ab zehn Kilo, nicht erst ab Normalgewicht. Das ist die vermutlich wirksamste Maßnahme auf dieser Seite — und die unbequemste.

Sport

„Sportliche Aktivität ist für Personen mit Gonarthrose empfehlenswert", sagt die Leitlinie, und zwar in der starken Form. Gleichzeitig empfiehlt sie, „unphysiologische und kniebelastende Aktivitäten im Alltag, im Beruf und Sport zu vermeiden".

Das ist kein Widerspruch, sondern eine Unterscheidung: Bewegung ja, Überlastung nein. Wo die Grenze liegt, ist individuell — und eine Frage an die Praxis, nicht an eine Website.

Wovon die Leitlinie abrät

Nicht alles, was bei Arthrose angeboten wird, ist empfohlen. Drei Dinge nennt die Leitlinie ausdrücklich:

Wir empfehlen keinen routinemäßigen Einsatz von Schuhzurichtungen oder Gonarthrose-Orthesen.

S3-Leitlinie 187-050, Empfehlung 31

Dasselbe gilt für Tape (Empfehlung 32). Ausnahmen nennt die Leitlinie — aber erst, wenn Bewegungstherapie allein nicht gereicht hat, bei wesentlicher Gelenkinstabilität oder abnormaler Belastung.

Gehhilfen werden anders bewertet: Sie vorzuschlagen, „zur Entlastung in Erwägung zu ziehen", ist eine befürwortende Empfehlung. Ein Stock ist kein Eingeständnis, sondern eine Entlastung.

Ihre Übungen gemeinsam planen

Die Leitlinie empfiehlt, Übungen unter Anleitung zu erlernen und dann eigenständig weiterzumachen. Die Bilder und Übungsblätter oben helfen Ihnen, sich an die gemeinsam ausgewählten Bewegungen zu erinnern.

  • Welche Übungen passen zu meinem Alltag?
  • Wie oft und wie lange soll ich üben?
  • Wann sollte ich wieder Rücksprache halten?

Notieren Sie die Antworten gemeinsam mit Ihrer behandelnden Praxis oder Physiotherapie.

Ihre Fragen zum Mitnehmen

Die Checkliste für Ihren Praxistermin bietet Platz für Ihre Fragen. Sie lässt sich ankreuzen und ausdrucken.

Zur druckbaren Fragenliste

Und die Spritze?

Dazu gehört eine ehrliche Einordnung, auch wenn sie nicht für uns spricht. Zur intraartikulären Hyaluronsäure kann die S3-Leitlinie „aufgrund der widersprüchlichen Evidenz keine Empfehlung" abgeben. Das ist etwas anderes als eine Empfehlung dagegen — aber es ist auch keine Empfehlung dafür.

Zur Bewegungstherapie sagt dieselbe Leitlinie „Wir empfehlen". Wer beides nebeneinanderlegt, sieht, was zuerst kommt: Eine Injektion ersetzt die Gelenkschule nicht. Sie kann höchstens dazukommen.

Eine Praxis finden

Alle Zitate aus: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V., Prävention und Therapie der Gonarthrose, S3-Leitlinie, AWMF-Registernummer 187-050, Version 5.0 vom 15.07.2024. Diese Seite ersetzt kein ärztliches Gespräch und keine physiotherapeutische Anleitung.

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Mit unserer Checkliste sammeln Sie die Themen, die Ihnen wichtig sind. Zum Ankreuzen, Ausdrucken und Mitnehmen in Ihre Praxis.

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